Kapitel 3So funktioniert es

So funktioniert es

Vom Sensor an der Anlage bis zum Wartungsauftrag: fünf Stufen, die einen Ausfall Wochen vorher sichtbar machen.

Der Ablauf

Fünf Stufen vom Messwert zum Auftrag

Vorausschauende Wartung ist kein Zauber, sondern eine Kette aus fünf Schritten. Jeder Schritt baut auf dem vorherigen auf – und alle laufen ohne Eingriff in Ihre Produktion.

Fünf Stufen von der Messung zur Maßnahme: 1 Messen, Sensoren an Motor, Lager, Getriebe und Hydraulik. 2 Sammeln, ein Edge-Gateway im Werk sammelt die Messdaten. 3 Verstehen, Modelle lernen den Normalzustand jeder Anlage, 2–4 Wochen. 4 Warnen, Abweichung führt zu einer Meldung mit Ursache und Dringlichkeit. 5 Handeln, Auftrag im Instandhaltungssystem, Ersatzteil rechtzeitig bestellt.

Stufe 1

Messen

Sensoren an Motor, Lager, Getriebe und Hydraulik erfassen Schwingung, Temperatur, Strom und Druck. Sie werden außen an der Anlage montiert.

Stufe 2

Sammeln

Ein Edge-Gateway im Werk sammelt die Messwerte und leitet sie weiter. Auf Wunsch bleibt die Auswertung komplett lokal.

Stufe 3

Verstehen

Modelle lernen in 2 bis 4 Wochen den Normalzustand jeder einzelnen Anlage. Danach erkennen sie jede Abweichung davon.

Stufe 4

Warnen

Weicht eine Anlage vom Normalzustand ab, entsteht eine Meldung mit Ursache und Dringlichkeit.

Stufe 5

Handeln

Aus der Meldung wird ein Auftrag im Instandhaltungssystem. Das Ersatzteil wird rechtzeitig bestellt, der Eingriff in ein geplantes Fenster gelegt.

Die Anlage sagt, wann sie Hilfe braucht – Sie entscheiden, wann Sie sie geben.

Sensorarten

Fünf Messgrößen, fünf Fehlerbilder

Welcher Sensor sinnvoll ist, hängt vom Fehlerbild ab, das Sie früh erkennen wollen.

Schwingung

Lager, Unwucht, Ausrichtung

Temperatur

Reibung, Überlast

Stromaufnahme

Motorzustand, Blockaden

Druck

Hydraulik, Pneumatik, Leckagen

Akustik und Ultraschall

Leckagen, Kavitation

Vorwarnzeit

Wochen statt Minuten

Typische Lagerschäden kündigen sich 2 bis 6 Wochen vorher in der Schwingung an. Das ist genug Zeit, ein Ersatzteil zu bestellen und den Eingriff in ein geplantes Wartungsfenster zu legen.

 

0

Wochen: früheste Vorwarnung

 

0

Wochen: so früh zeigt sich ein Lagerschaden spätestens

P-F-Kurve: Zustand einer Komponente über die Zeit, fallend. Der Schaden beginnt, ist 2 bis 6 Wochen vor dem Ausfall in der Schwingung erkennbar (grün markierter Bereich), danach an der Temperatur erkennbar, dann hörbar oder sichtbar, schließlich folgt der Ausfall. Typische Lagerschäden kündigen sich 2 bis 6 Wochen vorher in der Schwingung an. Schematisch, keine Messwerte.

Glossar

Sechs Begriffe, kurz erklärt

Die wichtigsten Fachbegriffe dieses Leitfadens, damit Instandhaltung, IT und Geschäftsführung dieselbe Sprache sprechen.

Die laufende Überwachung des Maschinenzustands mit Sensoren – die Grundlage jeder zustandsbasierten Wartung.

Ein kleiner Rechner im Werk, der Messwerte sammelt, vorverarbeitet und weitergibt – auf Wunsch auch auswertet.

Das Erkennen von Abweichungen vom gelernten Normalzustand einer Anlage, noch bevor ein Schaden sichtbar wird.

Die geschätzte Zeit, die ein Bauteil unter den aktuellen Bedingungen noch zuverlässig läuft (Remaining Useful Life).

Kennzahl für die tatsächlich genutzte Produktionszeit: Sie verbindet Verfügbarkeit, Leistung und Qualität einer Anlage.

Die durchschnittliche Betriebszeit zwischen zwei Ausfällen – je höher, desto zuverlässiger die Anlage.

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Der Business Case

Ein Beispielwerk, nachgerechnet

Laufruhe Systems, die Studie und alle Unternehmen in diesem Leitfaden sind fiktiv – dieses Whitepaper ist eine Vorlage von Novamag.

So funktioniert es – Laufruhe Systems